DÜRER A–Z

DER FRÜHE DÜRER
Erfahren Sie Uberraschendes und Wissenswertes zu Werken und Weggefährten Albrecht Dürers.
AD
BETENDE HÄNDE
CELTIS, KONRAD
DRAHTZIEHMÜHLE(N)
EGO-DOKUMENTE
FRÜHWERK(E)
GECK, EITLER
HOLZSTOCK
ITALIEN
JOHANNES DER EVANGELIST
KLEIBELN
LEIBNIZ-GEMEINSCHAFT
MUTTER
NEUBAUER, ANTON
OSIRIS
PIRCKHEIMER, WILLIBALD
QUALLET
RFA
S 493
TÜCHLEIN
ULTRAMARIN
VATERTOD
WOLF III. HALLER
XANTIPPA
YNGUIRIALIS
ZWICKAUER ALTAR
AD
... Dürers in den 1490er Jahren entwickeltes Monogramm ist eine der ältesten Copyright-Sicherungen der Mediengeschichte und die erste konsequent eingesetzte Künstler-Marke. Spätestens seit 1497 signierte Dürer jeden seiner Holzschnitte und alle seine Gemälde mit dem bald europaweit bekannten „AD“.
BETENDE HÄNDE
... zwar nicht vom frühen Dürer (siehe auch: Frühwerk), weil erst aus dem Jahr 1508. Dürers akribische Naturstudien der Jugendjahre waren aber Voraussetzung für solche meisterhaften späteren Körperstudien.
CELTIS, KONRAD
... ein gebürtiger Weinfranke namens Conrad Pickel, der sich noch jung den wohlklingenderen Namen Celtis zulegte und Universitätsprofessor wurde. Er galt als bester Kenner der lateinischen Sprache unter allen Deutschen. Dürer verdankt ihm viel, denn Celtis war Dürers erster literarischer Lobredner: In seinem Gedicht "An den Maler Albrecht Dürer" preist Celtis Dürers Malerei als den antiken Kunstwerken ebenbürtig.
DRAHTZIEHMÜHLE(N)
... im 15. Jahrhundert erfundene, vormoderne Fabriken vor den Stadttoren, wo in halbautomatischem Verfahren mittels Wasserkraft große Mengen an Draht hergestellt wurden. In einer seiner ersten Landschaftsstudien hielt der junge Dürer die Nürnberger Drahtziehmühle in einem weltberühmten Meisterwerk fest.
EGO-DOKUMENTE
... in der jüngeren Geschichtsforschung viel strapazierter Begriff für freiwillige oder unfreiwillige Selbstzeugnisse. Schon im pragmatischen Schrifttum des späten Mittelalters tritt das Individuum oder „Ich“ deutlich in Erscheinung, z.B. in Stammbüchern, Haushaltsbüchern, Autobiografien und Reiseberichten. Handelt es sich bei Dürers frühen Selbstbildnissen vielleicht auch um solche „Ego-Dokumente“?
FRÜHWERK(E)
... Frühwerke sind eine große Herausforderung, da sich das, was später den Meister ausmacht, erst formiert. Wie Mozart wurde Dürer vom Vater stark gefördert. Um das Frühwerk des Wunderkinds streitet die Forschung jedoch heftig. Resultieren die qualitativen Unterschiede aus dem ambitionierten Ringen um neue Form und Perfektion oder gibt es Dürer-Doppelgänger? Die Ausstellung sucht neue Antworten.
GECK, EITLER
... jemand, der sich (zu) viel auf sein Äußeres einbildet. War Dürer ein „eitler Geck“? So fein herausgeputzt, wie er auf seinem Selbstbildnis in Madrid erscheint, könnte man auf diesen Gedanken kommen. Jedenfalls erregte die sorgsam gepflegte Haar- und Barttracht des blondgelockten Jünglings schon zu Lebzeiten den Spott seiner Umgebung.
HOLZSTOCK
... ein Holzbrettchen, in das vor 520 Jahren die Darstellung des Hl. Hieronymus in der Studierstube geschnitten wurde, scheidet immer noch die Geister: Hat Dürer diese Darstellung für einen Basler Drucker entworfen oder nicht? Welche Orte besuchte Dürer auf seiner Gesellenreise und welche Rolle spielte der Aufenthalt in Basel?
ITALIEN
... was zog Dürer gen Süden: die Landschaft, der Wein, die Frauen, venezianische Luxusgüter oder die großen Künstler der italienischen Renaissance, Andrea Mantegna und Giovanni Bellini? Die Ausstellung wird Ihnen dazu 2012 überraschende Antworten geben.
JOHANNES DER EVANGELIST
... war Verfasser des biblischen Weltuntergangsberichts der „Apokalypse“. Dürer stellt sich mit seinen Illustrationen zur Johannesapokalypse als genialer Bildautor selbstbewusst an die Seite des großen Visionärs. Die Ausstellung zeigt Dürers Apokalypsenzyklus vollständig, darunter den berühmten Holzschnitt der „Vier apokalyptischen Reiter“. War Dürer mit seinen Inszenierungen ein Steven Spielberg des späten 15. Jahrhunderts?
KLEIBELN
... Kläubeln, verkleinertes Klauben = sorgfältiges Malen, das nicht rasch vonstatten geht. Deshalb verlegt sich unser Meister auf das Kupferstechen, mit dem sich überdies prächtig Geld verdienen ließ. So schreibt Dürer in einem Brief an Jakob Haller 1509: „Aber das fleissig kleiblen gehet nit von statten. Darumb will ich meines stechens auß warten.“
LEIBNIZ-GEMEINSCHAFT
... vereint als eine der vier großen deutschen Wissenschaftsorganisationen 87 Forschungseinrichtungen. Sie koordiniert das wettbewerbliche Verfahren um die Vergabe von Forschungsfördermitteln aus dem nationalen „Pakt für Forschung und Innovation“. Zu den geförderten Projekten gehört auch „Der frühe Dürer“ (2009-2011) am Germanischen Nationalmuseum.
MUTTER
... Dürers Mutter, Barbara Holper, brachte 18 Kinder zur Welt. Als sie nach langer Krankheit mit 63 Jahren stirbt, ist ihr Sohn untröstlich: „Davon hab ich solche Schmerzen gehabt, dass ich’s nit aussprechen kann“, notiert er in einem Gedenkbuch. Der junge Dürer porträtierte die Mutter schon kurz nach seiner Malerlehre: Das Bildnis gehört zusammen mit dem ebenfalls ausgestellten Vaterbildnis zu Dürers frühesten erhaltenen Gemälden.
NEUBAUER, ANTON
... bekannt vom früheren 10-Mark-Schein. Eine alte Beschriftung des Gemäldes sorgt für Verwirrung: Darin wird Neubauer als Maler, Dürer als Dargestellter des Bildes angegeben. Ob umgekehrt tatsächlich Dürer das Porträt des Anton Neubauer gemalt hat, ist in der Forschung bis heute höchst umstritten. Auch Cranach wird als möglicher Künstler diskutiert.
OSIRIS
... ist eine 2005–2006 entwickelte digitale Infrarot-Kamera. Mit Aufnahmen im Infrarot können Strukturen eines Gemäldes wie etwa Unterzeichnungen dargestellt werden, die für das bloße Auge unsichtbar sind. Welche unerwarteten und spektakulären Entdeckungen beim jungen Dürer damit gemacht wurden, erfahren Sie im Dürer-Labor!
PIRCKHEIMER, WILLIBALD
... Buchstäblich ein Schwergewicht des Nürnberger Kulturlebens um 1500. Der gebildete, doch häufig aufbrausende Politiker und große Denker fand in Dürer „der pesten freund eynen, so ich auf erdreych gehabt“. Mehr über echte Männerfreundschaften, humanistische Fachsimpelei und die obszöne Silberstift-Inschrift erfahren Sie ab Mai 2012 exklusiv im Germanischen Nationalmuseum.
QUALLET
... (= aufgequollen) nennt Dürer seine beleibteren Zeitgenossen, wenn er sie darstellt. Bereits der junge Dürer forscht seit etwa 1500 nach den geheimen Regeln menschlicher Körperproportionen und ihren offensichtlichen natürlichen Differenzen. Der reife Dürer gibt die Suche nach der perfekten „Hübschheit“ auf, denn „vnser vrteyl ist so zweyffelhafftig dorynn“.
RFA
... steht für Röntgenfluoreszenzanalyse. Mit diesem zerstörungsfreien Untersuchungsverfahren kann die chemische Zusammensetzung historischer Tinten in Zeichnungen präzise bestimmt werden. Was die Methode mit der Authentizität, Datierung und Signatur von Dürers Zeichnungen zu tun hat, erfahren Sie im Dürer-Labor der Ausstellung.
S 493
... „Haus Burgstraße 27: Charmantes Fachwerk-Eckhaus mit Aussicht in bester City-Lage, direkt unter der Vesten.“ Wo und wie der junge Albrecht gelebt hat und was die kryptische Zeichenfolge „S 493“ mit Dürers Nachbarschaft zu tun hat, enthüllen wir in unserem Dürer-Labor.
TÜCHLEIN
... nannte Dürer seine auf Leinwand gemalten Bilder, die eine überraschend wichtige Rolle in seinem frühen künstlerischen Schaffen spielen. In der Ausstellung sehen Sie Dürers Tüchlein „Herkules im Kampf gegen die stymphalischen Vögel“ und erfahren mehr über Technik und ursprüngliche Funktion der zarten Gemälde.
ULTRAMARIN
... ist ein natürliches Pigment, gewonnen aus Lapislazuli. Ultramarinus, lat. für „von der anderen Seite des Meeres herkommend“, wurde aus Afghanistan importiert. Zur Dürer-Zeit verwendete man das teure blaue Pigment nördlich der Alpen nur selten. Wolf III. Haller leistete sich ein mit Ultramarin gemaltes Madonnenbild von Dürer.
VATERTOD
... am 20. September 1502 starb Dürers Vater, ein aus Ungarn zugewanderter, hochbedeutender Goldschmied. In seiner Todesstunde mitten in der Nacht standen dem alten Dürer nur eine „Seelfrau“ (Profi-Beterin) und eine Magd bei. Sohn Albrecht und Ehefrau Barbara schliefen, was der Sohn in seinem Tagebuch später tief bedauert. „... den ich tot mit großen Schmerzen ansah, weil ich nicht würdig war, bei seinem Ende dabei zu sein.“
WOLF III. HALLER
... Nürnberger Patriziersohn aus gutem Hause. Er erwählte Ursula, die Tochter von Dürers Patenonkel Anton Koberger, zur Ehefrau und gab bei Dürer die Haller-Madonna in Auftrag. Wie sich dieser brave Schwiegersohn und feinfühlige Kunstkenner plötzlich als ausgemachter Grobian entpuppte, erfahren Sie spätestens im Frühjahr 2012.
XANTIPPA
... wenig schmeichelhafte Bezeichnung eines frühen Dürer-Verehrers für Albrechts Ehefrau Agnes Frey. Wahr oder falsch – „pos weyb“ oder „mein Agnes“? Wie aus einer Sandkastenfreundschaft der Bund fürs Leben wurde und wie Willibald Pirckheimer und Dürers Biographen den guten Ruf einer gewieften Unternehmerin ruinierten, erzählen wir Ihnen in unserer Ausstellung.
YNGUIRIALIS
... auch: Sternkraut, Krutdistel. Entdecken Sie bei uns, was das mit Dürer, seinem Eheleben und dem Glauben an die Sterne zu tun hat...
ZWICKAUER ALTAR
... frühes Hauptwerk von Dürers späterem Lehrmeister Michael Wolgemut, das 1479 in der Straßennachbarschaft des achtjährigen Dürer gemalt wurde. Im Hintergrund ganz neu entdeckt: Eine Ansicht des Nürnberger Laufer-Torplatzes mit dem quirligen Straßenleben einer spätmittelalterlichen Großstadt.

Anmeldung Gruppenführungen

Kunst- und Kulturpädagogisches Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ).

www.kpz-nuernberg.de
Tel. +49 911 13 31-238
Fax +49 911 13 31-318

» Online-Terminreservierung

Mögliche Termine für Buchung von Gruppenführungen

Bitte beachten! Wegen der großen Nachfrage nach Gruppenführungen für Erwachsene sind keine Buchungen mehr möglich.

Öffentliche Ausstellungsführungen

Erfahren Sie, welche prägenden Einflüsse der „frühe Dürer“ erfuhr und welche künstle-rischen Themen ihn beschäf-tigten. Begegnen Sie dabei den Meisterwerken Dürers und seiner Zeitgenossen. Ein Abstecher ins Dürer-Labor erlaubt einen Blick hinter die Kulissen der aktuellen Dürer-Forschung.

Täglich 16.00 Uhr und zusätzlich
Mittwoch 18.00 Uhr und 18.30 Uhr sowie Sonntag 10.30 Uhr

Kosten: € 2,00 zzgl. Eintritt; Die öffentlichen Ausstellungs-
führungen richten sich ausschließlich an Einzel--
besucher!

DER FRÜHE DÜRER

24.05. bis 02.09.2012

Öffnungszeiten
Mo - So 10.00-20.00 Uhr
Mi, Do 10.00-21.00 Uhr

Café ARTE

Mo - So 10.00-20.00 Uhr
Mi, Do 10.00-21.00 Uhr
Fahrer und Reiseleiter frei
Telefon +49 911 13 31-286

Museumsshop

Mo - So 10.00-20.00 Uhr
Mi, Do 10.00-21.00 Uhr
Telefon +49 911 13 31-371

Dürer neu gesehen - ab jetzt in Nürnberg

ZDF Aspekte
11.5.2012

» Zur Sendung

Albrecht Dürer - SF Kultur

SF - Schweizer Fernsehen
30.5.2012

» Zur Sendung

Kulturwelt heute - BR

Bayerischer Rundfunk
30.5.2012

» Zur Sendung

RegionalZeit Gespräch mit Dr. Daniel Hess

BR Bayern 2
17.1.2012

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg plant für 2012 unter anderem eine Dürer-Schau. Dr. Daniel Hess berichtet über die Vorbereitungen und welche weiteren Schwerpunkte das Museum im laufenden Jahr setzen will.

» RegionalZeit Gespräch in der ARD Mediathek

Staunen über Dürer

Literatur über Dürer füllt Regalmeter. Alles gesagt also? Beileibe nicht, meinen die Wissenschaftler im Germanischen Nationalmuseum (GNM) und können schon zur Halbzeit ihres großen, mit 860.000 Euro von der Leibniz-Gemeinschaft finanzierten Projektes interessante Ergebnisse vorweisen ...

» Nürnberger Nachrichten