DER WEG BIS ZUR AUSSTELLUNG

DER FRÜHE DÜRER
Grundlage der Ausstellung sind die Ergebnisse eines interdisziplinären Forschungsprojekts, das Dürers Frühwerk aus Perspektiven der Medientheorie, der Italien-Forschung, der Lokalgeschichte bis hin zur Kunsttechnologie untersucht.
 
   05, 2012

Ein Dank an alle Besucher der Dürer-Ausstellung.

Nach 100 Tagen Laufzeit schlossen am Sonntag, 2. September 2012 um 22.57 Uhr die Türen der Sonderausstellung „Der frühe Dürer“ im Germanischen Nationalmuseum. Mehr als 280.000 Besucher (exakt 282.347 Besucher) sahen die spektakuläre Schau, die in ihren letzten Tagen Wartezeiten von bis zu 5 Stunden verlangte. Der Andrang war groß, doch jeder, der die einzigartigen Werke Dürers sehen wollte, bekam dazu Gelegenheit. Die Schließzeiten wurden flexibel gehandhabt, abends blieben die Ausstellungsräume so lange geöffnet, bis auch der letzte Wartende sich mindestens 1½ Stunden drinnen umgesehen hatte. Premiere: Eines nachts campierte sogar ein kleines Grüppchen mit Zelt vorm Haupteingang, um an nächsten Morgen auch wirklich als erstes in die Ausstellung zu gelangen.

Sehr gut angenommen wurden die zahlreichen Vermittlungsangebote. Der Katalog, von dem bereits 20.000 Exemplare verkauft wurden, geht in die 4. Auflage. Auffallend viel Lob fand auch der Audioguide in deutscher und englischer Sprache, auf den zahlreiche Besucher zurückgriffen. Große Nachfrage bestand ebenfalls nach den Angeboten des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrums der Museen in Nürnberg (KPZ), das für Gruppenführungen, Kinderprogramme sowie den Familien-Aktionsraum „Alles Dürer“ verantwortlich war: 1.704 Privatgruppen, 165 Schulklassen und 378 öffentliche Führungen verzeichnen die Buchungslisten – 2.247 Termine insgesamt.

Wir freuen uns, wenn Sie mal wiederkommen. Bis bald!

 
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  JUN 18, 2012

Video: Die Ausstellung "Der frühe Dürer"

Erhalten Sie einmalige Einblicke über die Ausstellung mit Dr. Thomas Eser.

Film abspielen

 
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  MAI 04, 2012

Was weiß man eigentlich noch NICHT über Dürer?

Generationen von Kunsthistorikern machten ihn zu ihrem Thema, längst kann niemand mehr all das lesen, was je über Deutschlands berühmtesten Maler geschrieben wurde. Und so mag sich mancher fragen, ob es rund um Albrecht Dürer und sein Werk überhaupt noch Maßgebliches zu entdecken gibt.

Es gibt! Das zeigen die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Der frühe Dürer“.

Mich beeindruckt dabei vor allem die enge Zusammenarbeit von Kunsthistorikern mit Physikern, Chemikern und Technikern. Denn es gibt Geheimnisse in Dürers Werken, die sich nicht allein mit den Mitteln der Geisteswissenschaften lüften lassen, sondern mit Hilfe von UV-Fluoreszenzfotografie, Infrarotreflektografie oder Mikro-Röntgenfluoreszenz-Analysen. So heißen die Werkzeuge, mit denen Forscher heute in der Lage sind, Gemälde zu durchleuchten oder die chemische Beschaffenheit von Farben und Tinten zu untersuchen.

Besonders eindrucksvoll ist, wenn sie Dürersursprüngliche Entwurfszeichnungen sichtbar machen können. Sie zeigen, wie der Künstler seine ersten Ideen mit Kohle auf die Grundierung brachte, diese hernach immer wieder veränderte und schließlich übermalte – manchmal wohl, ohne dass er selbst mit dem Ergebnis richtig zufrieden war. So plagte er sich bei seinem „Herakles im Kampf gegen die Stymphalischen Vögel“ offenbar mit der anatomisch richtigen Darstellung eines Fußes herum, bis er schließlich aufgab und die verunglückte Stelle kurzerhand mit einer Pflanze kaschierte.

Solche Erkenntnisse sind nicht nur von anekdotischem Wert. Auch liefern diese modernen Werkzeuge mit ihren zungenbrecherischen Namen weit mehr als nur technische Details: Sie geben tiefe Einblicke in die individuelle Arbeitsweise Albrecht Dürers und zeigen, wie der Maler höchste Perfektion zu erreichen vermochte – etwa, indem er seine Werke akribisch plante und im Verlauf der Arbeit immer wieder veränderte.

Für mich stehen diese Erkenntnisse beispielhaft für einen Paradigmenwechsel innerhalb der Wissenschaften. Denn während die Spezialisierung zum einen immer weiter voranschreitet, sodass mittlerweile Forscher ein- und derselben Disziplin einander nicht mehr verstehen, zeigt sich hier, wie erfolgreich interdisziplinäres Denken sein kann. Das ist eine Kehrtwende, die dem genialen Künstler und wissensdurstigen Humanisten Albrecht Dürer gefallen hätte!

Dr. Joachim Schüring

Redaktionsleiter

epoc – Magazin für Archäologie, Geschichte, Kultur

 
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  APR 12, 2012

Die Arbeit im Verborgenen II

Auch im heutigen Blogbeitrag möchten wir wieder über die Arbeit im Verborgenen berichten. Diesmal stellen wir die Tätigkeiten der Oberaufsicht des Germanischen Nationalmuseums vor.

Ganz im Gegensatz zum Technischen Büro, dessen Lage sich mit Ausstellungsbeginn wieder etwas entspannt, erreicht die Stressphase des Service- und Aufsichtspersonals dann erst ihren Höhepunkt. Natürlich sind auch hier im Vorfeld viele Dinge zu organisieren: Treffen mit der örtlichen Polizei, der Feuerwehr und privaten Sicherheitsdiensten stehen auf der Tagesordnung. Zusätzliches Aufsichts- und Kassenpersonal muss akquiriert und eingearbeitet werden. Daneben stehen mehrere Mitarbeiter-Schulungen an, um auch Ruhe zu bewahren, wenn es einmal mehr Besucher als üblich sein sollten.

„Einen gewissen Nervenkitzel wird es geben bis Dürer vorbei ist“, so der Leiter der Sicherheit Josef Böhm, „aber je länger die Warteschlangen prognostiziert werden, desto gelassener werde ich.“ Allein für den frühen Dürer werden bei Böhm etwa 15 Personen täglich beschäftigt sein, Öffnungszeiten werden bis in die Abendstunden verlängert, eine zusätzliche Kasse wird aktiviert und auch montags wird das Museum für Besucher der Dürer-Ausstellung zugänglich sein. Derzeit stehen die Erstellung von selbsterklärenden Leitsystemen und das Durchspielen verschiedenster Szenarien für Böhm im Fokus. Sobald die Ausstellung läuft, setzt er mit seinem Team auf Flexibilität und blindes Verstehen untereinander. „Dürer ist für uns alle eine große Herausforderung, denn die Welt wird auf Nürnberg schauen. Aber wir geben unser Bestes, damit der Gast sich beim Verlassen unseres Hauses sicher ist, dass sich der Besuch trotz einer eventuellen Warteschlange gelohnt hat“, so Böhm.

 
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  APR 12, 2012

Die Arbeit im Verborgenen I

Die Wenigsten denken beim Besuch einer hochkarätigen Ausstellung daran, was im Vorhinein und hinter den Kulissen an Arbeit zu leisten ist, um ein solches Projekt zu realisieren. Von dieser Arbeit im Verborgenen möchten wir im Rahmen zweier Blogbeiträge berichten.

Das Technische Büro des Germanischen Nationalmuseums ist für die gesamte technische Umsetzung der Ausstellung verantwortlich. Seit Wochen schon arbeiten Schreiner und Schlosser im Akkord, Kabel werden verlegt, Außenbanner platziert – alles, was an Ausstellungsarchitektur vorgefertigt werden kann, wird bereits gebaut. Denn die Arbeiten in der Ausstellungshalle selbst können erst Mitte April beginnen. Bis dahin wird die aktuelle Sonderausstellung „Johannes Grützke. Die Retrospektive“ abgebaut. Dann bleiben den Mitarbeitern des Technischen Büros noch etwa zwei Wochen bis die Leihgaben für den frühen Dürer aus aller Welt angeliefert werden. Zwei Wochen, in denen Stellwände positioniert und Fugen verspachtelt werden, gemalert wird sowie Alarm-, Messtechnik und Beleuchtung teilweise bis in 4-6 Metern Höhe installiert werden. „Das ist sportlich“, findet auch der stellvertretende Leiter des Technischen Büros Frank Stolpmann. „Aber es ist eine einmalige Geschichte und wir wissen: Wir sind dabei! Es macht einen Haufen Arbeit, aber auch einen Haufen Spaß.“

Je näher der Termin der Ausstellungseröffnung rückt, desto intensiver gestaltet sich die technische Umsetzung. Dabei nimmt auch die sicherheitstechnische Aufrüstung großen Raum ein. Der Dürer wird zum Anlass genommen, alles wieder auf den neuesten Stand zu bringen. „Wenn die Ausstellung dann erst einmal läuft“, so Stolpmann, „entspannt sich die Lage im Technischen Büro wieder“.

 
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  FEB 14, 2012

"Der erste Superstar - Neues vom Dürer" im Bayerischen Fernsehen

Bild: Bayerisches Fernsehen

Der Beitrag liefert interessante Einblicke in die Vorbereitung der Ausstellung und die Forschungsaktivitäten des Germanischen Nationalmuseum rund um das Ausstellungsprojekt "Der frühe Dürer".

 
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  JAN 27, 2012

Restaurierung der Kreuzabnahme von Pleydenwurff IV

Die Restaurierung der „Kreuzabnahme“ von Hans Pleydenwurff schreitet weiter voran. Kürzlich wurde im Institut für Kunsttechnik und Konservierung mit dem OSIRIS-Bildaufnahmesystem eine Infrarotreflektographie des Gemäldes angefertigt.

Dank dieser Untersuchungsmethode können tiefer liegende Schichten im Aufbau des Gemäldes sichtbar gemacht werden, die dem Auge sonst verborgen bleiben. Über dem Bildträger, in unserem Fall eine aus mehreren Brettern zusammengesetzte Holztafel, liegt eine helle Grundierung aus Kreide und Leim. Auf dieser Schicht beginnt die gestalterische Arbeit des Künstlers mit der Unterzeichnung, über die er die Malerei in mehreren, unterschiedlich stark deckenden Lagen ausführt.Die Unterzeichnung wird dabei von den Farblagen meist vollständig abgedeckt.

Mit Hilfe der Infrarotstrahlung kann diese erste Bildanlage genauer studiert werden. Vor allem kohlenstoffhaltige Zeichenmedien, wie Tusche oder Kohlestift, lassen sich gut darstellen, denn die Strahlung wird vom Kohlenstoff weitestgehend absorbiert, von der weißen Grundierung hingegen reflektiert. Damit werden die bildnerischen Ideen Pleydenwurffs als dunkle Linien auf hellem Grund erkennbar. Die sonst dominierende farbige Malerei bleibt nur noch schemenhaft erkennbar.

Die Detailaufnahme der beiden Frauen (siehe auch Pleydenwurff- Blog II) zeigt deutliche Veränderungen der Bildkomposition. So wurden etwa die betenden Hände Mariens in der Unterzeichnung leicht schräg angelegt, in der Malerei jedoch aufrechter ausgeführt. Weiterhin sah der ursprüngliche Entwurf für die Marienfigur eine sogenannte Rise vor, einen im 15. Jahrhundert für Frauen üblichen Teil der Kopfbedeckung, der Hals und Kinn vollständig verhüllte. Auch eine Leitersprosse ist weiter nach oben gerückt als zunächst vorgesehen. Gut zu erkennen sind außerdem die in lockeren Linien angelegten Gewandfalten der Frauengestalt rechts. Hier weicht die malerische Ausführung kaum ab.

Die häufigen Abweichungen von Unterzeichnung und endgültiger Malerei auf dem gesamten Tafelbild  legen die Vermutung nahe, dass Pleydenwurff große Bereiche der Bildes selbst malte, anstatt den Werkstattmitarbeitern die Ausführung des prominenten Auftrags für die Breslauer Elisabethkirche zu überlassen.

 
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  JAN 16, 2012

AD: Alles Dürer!
Der Dürer-Aktionsraum für Familien

Begleitend zur Ausstellung erarbeitet das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) einen Aktionsraum für Familien, Kinder und Jugendliche. Hier können junge Ausstellungsbesucher in die Rolle von wissensdurstigen Forschern schlüpfen und das Werk Dürers und seine Person unter die Lupe nehmen. Der Aktionsraum stellt einen Erfahrungs- und Aktionsbereich dar, in dem das in der Ausstellung Gesehene auf spielerische Weise vertieft werden kann. Zahlreiche interaktive Stationen laden zum Mitmachen ein. Dabei sind genaues Hinschauen, Experimentierfreude und Kreativität gefragt. Von der fantastischen Monsterbauwerkstatt bis zum wunderbaren Spiegelkabinett: Kunst wird hier auf faszinierende und lebendige Weise erfahrbar.

 
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  JAN 16, 2012

Dürer oder nicht Dürer – das ist immer wieder die Frage

Dürer hat auffällig viele seiner Zeichnungen mit Ortsbezeichnungen, Datierungen und Signaturen versehen. Viele dieser Aufschriften werden von der Forschung widersprüchlich beurteilt und werfen noch immer viele Fragen auf:

Sind die Aufschriften zusammen mit der Zeichnung in einem Zug entstanden?

Sind sie von Dürer im Kontext eines Ordnungs- und Dokumentationsprozesses seiner eigenen Werke zu einem späteren Zeitpunkt nachgetragen worden?

Oder sind die Aufschriften erst sehr viel später im Zuge der Dürer-Rezeption von einer anderen Person hinzugefügt worden?

Die Bewertung einer Zeichnung als Dürer-Original oder eben nicht, hängt sehr stark von der individuellen Einschätzung des sich mit der Werk beschäftigenden Kunsthistorikers ab. Objektivierbarere Aussagen liefert eine neu entwickelte naturwissenschaftliche Methode, die eine zerstörungsfreie Untersuchung der chemischen Zusammensetzung historischer Tinten ermöglicht. Die Ergebnisse erlauben, dass viele bisher umstrittene oder mit ungelösten Fragen behaftete frühe Dürer-Zeichnungen besser eingeschätzt werden.

Diese neue Untersuchungsmethode öffnet auch den Blick auf Werkprozess und Funktion: So hat die Forschung bislang darüber gestritten, zu welchem Zeitpunkt von Dürers Italienreise das berühmte „Innsbruck-Aquarell“ entstanden ist. Die Wissenschaftler des Dürer-Projektes am Germanischen Nationalmuseum haben nun entdeckt, dass das Blatt schrittweise in drei Stufen zustande gekommen ist. Ob sich die Beschriftungstinte des Titels „Isprug“ als identisch mit anderen Beschriftungstinten der „Landschaftsaquarelle“ erweist, ist eine noch offene Untersuchungsfrage und klärt sich bei Messkampagnen in der Wiener Albertina. Die Vorstellung vom jungen Dürer, der als erster Künstler überhaupt in der freien Natur arbeitet und mit seinem Aquarellkasten am Ufer des Inn eine wirklichkeitsgetreue Ansicht der Kaiserstadt Innsbruck malt, bedarf einer deutlichen Korrektur. Zu sehr hat die Verquickung von Biographie und Werk den Blick auf das einzelne Werk verstellt, und zu sehr basieren die etablierten Erklärungsmodelle auf späteren Vorstellungen wie etwa der Italiensehnsucht und dem Künstlerkult des 18. und 19. Jahrhunderts.

Das Germanische Nationalmuseum untersucht gemeinsam mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung die von Dürer in seinen Zeichnungen und Aquarellen verwendeten Tinten kunsttechnologisch. Diese Untersuchungen basieren auf dem Einsatz einer mobilen Micro-Röntgenfluoreszenz-Analytik (Mikro-RFA).

 
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  DEZ 05, 2011

Restaurierung der Kreuzabnahme von Pleydenwurff III

In den letzten Blog-Beiträgen zur Restaurierung der „Kreuzabnahme“ von Hans Pleydenwurff wurde bereits die Abnahme des dunklen Überzugs geschildert. Solche gealterten Überzüge bzw. Gemäldefirnisse haben die Eigenschaft, in ultraviolettem Licht auffällig zu leuchten.
Es handelt sich dabei um die sogenannte Fluoreszenz. Das Phänomen entsteht bei der Bestrahlung mit energiereichem ultravioletten Licht. Dieses wird von den unterschiedlichen Materialien der Oberfläche teilweise absorbiert. Die  zurückgeworfene Reststrahlung ist energieärmer und verschiebt sich damit in ein für unser menschliches Auge sichtbares Spektrum. Die verschiedenen Materialien absorbieren die Strahlung unterschiedlich stark und erzeugen so eine charakteristische Fluoreszenzfarbe. Die gefirnissten Bereiche des Tafelbildes leuchten deshalb weiß-bläulich auf.

Die UV-Fluoreszenzphotographie dokumentiert damit nicht nur den Fortgang der Firnisabnahme, sondern auch frühere Bearbeitungen des Tafelbildes, die sich nun deutlicher vom originalen Bestand abheben.
Im Inkarnat der Christusfigur werden beispielsweise Übermalungen anhand ihrer gelb-grünen Fluoreszenz sichtbar.
Auch der ungewöhnlich grobe Firnisauftrag einer früheren Restaurierung ist gut zu sehen. Der Goldgrund der oberen Bildhälfte wird üblicherweise nicht gefirnisst. Große Mengen an Firnis sind in den Randbereichen der Malerei jedoch auch auf die Vergoldung aufgetragen worden. Damit erklären sich die hellen Ränder um die Kanten der Figurengruppe von Christus und Joseph von Arimathäa.

Besonders schön ist aber auch ein originaler Überzug aus sonst eher unauffälligem, braunem Lack auf dem Kreuz Christi zu erkennen. Mit der dunkelbraunen, unter UV-Strahlung grünlich leuchtenden Farbe hat der Künstler eine dekorative Holzmaserung auf die sonst einfarbigen Holzbalken gemalt.

 
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  DEZ 05, 2011

Nürnberger Unternehmer

Kein Nürnberger lebend oder tot dürfte ähnlich bekannt in der Welt wie Albrecht Dürer sein. Wir sind unheimlich stolz darauf, dass Albrecht Dürer, Bürger der Stadt Nürnberg war, genauso wie meine Familie stolz darauf ist, seit 150 Jahren in Nürnberg ansässige Bürger und in Nürnberg ansässige Unternehmer zu stellen.

Was fasziniert uns an Albrecht Dürer? Eigentlich alles! Natürlich seine großartigen Gemälde und Grafiken. Darüber hinaus war er Mathematiker, Verleger und Unternehmer. Allein das Betrachten seiner Unterschrift versetzt in Begeisterung. Seine Unterschrift ist im Endeffekt ein Logo – vor 500 Jahren geschaffen – immer noch modern.

Letztendlich unterstützen wir die Ausstellung, weil wir vor der Person Albrecht Dürer großen Respekt haben, sein Werk bewundern und mehr über ihn und seinen Werdegang erfahren wollen. Erfolg fällt nicht vom Himmel. Uns interessiert, wie es dazu kam, dass der junge Dürer ein „Outlier“ wurde.

(Stephan Barth, Geschäftsführer der Joh. Barth & Sohn GmbH & Co. KG; Barth-Haas Group)

 
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  OKT 27, 2011

Video: Untersuchung früher Dürer-Gemälde

Begleiten Sie den Projektleiter, Dr. Daniel Hess, ins Institut für Kunsttechnologie. Das Dürer-Team untersucht frühe Dürer-Gemälde mit modernster Technik und kommt zu verblüffenden Ergebnissen.

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Vielen Dank für die freundliche Unterstützung
zur Realisierung des Films:

 
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  OKT 27, 2011

Video: Dürers Nachbarschaft

Gehen Sie mit dem Projektkoordinator, Dr. Thomas Eser, durch das Nürnberger Burgstraßenviertel. Er stellt Ihnen die illustre Nachbarschaft vor, in der Dürer groß geworden ist.

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Vielen Dank für die freundliche Unterstützung
zur Realisierung des Films:

 
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  OKT 19, 2011

Restaurierung der Kreuzabnahme von Pleydenwurff II

Der streifig aufgetragene, dunkle, braun-grüne Überzug aus Naturharzen war wohl zur letzten Überarbeitung eingefärbt worden, um Unzulänglichkeiten im Zustand der Malerei zu kaschieren. Über die Jahrzehnte ist er vergilbt bzw. zusätzlich nachgedunkelt und verbirgt so die feinen Schattierungen und Farbnuancen der Pleydenwurff’schen Malerei. Nach der Abnahme des gealterten Firnis wird die detailreiche Malerei der „Kreuzabnahme“ wieder deutlich.
Der Firnis ist leicht löslich und mit Hilfe von Gel-Kompressen gut von der Oberfläche abzunehmen. Lösungsmittel werden hierfür zu einem Gel angedickt und über eine Zwischenlage aus Japanpapier aufgetragen. Somit kommen sie  nicht direkt mit der Malschicht in Berührung. Damit lässt sich der Harzüberzug relativ schonend von der originalen Gemäldeoberfläche abnehmen.
Die Detailaufnahme zeigt eine digitale Montage der Firnisabnahme: der Vorzustand auf der linken Seite und die gereinigte Oberfläche rechts daneben.


Zur kunsthistorischen Bedeutung dieser Tafel
In der Vermittlung der neuen niederländischen Errungenschaften, die sich nicht in der neuen Rolle der Naturdarstellung erschöpfen, sondern vor allem das neue bühnenartige Agieren der Einzelfigur in großen und anspruchsvollen Kompositionen betreffen, kommt Hans Pleydenwurff eine Schlüsselrolle zu. Bildschöpfungen wie die hier gezeigte Breslauer Kreuzabnahme basieren in der Konzeption der Figuren und der Konzentration der Dramaturgie auf die Handlung weniger Akteure auf Gemälden des Brüsseler Stadtmalers Rogier van der Weyden, sind aber nie sklavische Kopie. In der Kreuzabnahme bietet Pleydenwurff mit den Wassermühlen und Felsen zwei wesentliche Elemente fränkischer Landschaftsdarstellung auf, die fortan immer wieder neu variiert wurden. Diese Landschaftselemente sind ohne Naturbeobachtung nicht vorstellbar und setzen damit wichtige Wegmarken auf dem Weg zu einer neuen Kunst, die Dürer in der Pleydenwurff-Nachfolge anstrebt.

 
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  OKT 17, 2011

Jaya Remond - Internationale Besetzung im Dürer-Team

Jaya Remond

I’m currently a Ph.D. candidate in the department of the History of Art and Architecture at Harvard University. I was previously trained in Paris –my hometown- and London. My dissertation project deals with training manuals and the transmission of artistic knowledge in Renaissance Germany. I’m interested in artists’ handbooks such as Sebald Beham’s Kunst und Lere Büchlin and Heinrich Vogtherr’s Kunstbüchlein.  

The Germanisches Nationalmuseum got in touch with my advisor who nominated me for this research assistantship. The collections of the Germanisches Nationalmuseum, the churches, the city library and archive make Nuremberg an ideal city for scholars of German Renaissance art. I feel incredibly lucky and privileged to work here and the museum provides a great, supportive work environment.  

For the exhibition project, I’m writing a series of catalogue entries devoted to the concepts of Norm and Perfection, and on preparatory drawings for decorative arts. These issues are especially relevant to my research interests, which center around artistic identity and practice.  

I’m based in Nuremberg until February 2012. I will then travel in Alsace and Germany for the following months thanks to a travel fellowship, before heading back to Harvard next Fall.

 
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  OKT 17, 2011

Playmobil-Dürer wirbt für Ausstellung

Die Ausstellung „Der frühe Dürer" hat jetzt einen prominenten Botschafter: einen „kleinen" Dürer. Die in Zirndorf bei Nürnberg ansässige Firma Playmobil hatte bereits 2009 in einer Sonderedition einen „Götz von Berlichingen“ zur Ausstellung „Mythos Burg“ auf den Markt gebracht und so bastelten wir für Dürer an der bewährten Kooperation weiter. Mit großer Begeisterung setzte playmobil die Idee um und gestaltete mit fachlich-tatkräftiger Unterstützung des Dürer-Teams am Germanischen Nationalmuseum einen „Albrecht" nach dem berühmten Selbstbildnis von 1498, das sich heute im Prado in Madrid befindet. Die Verwendung dieses Meisterwerks wurde dankenswerterweise  von dem berühmten spanischen Museum genehmigt.
Der kleine Dürer wird ein wichtiger Bestandteil der Besucherangebote zur größten Dürer-Ausstellung seit 40 Jahren in Deutschland im kommenden Jahr werden. Der Verkaufspreis beträgt 2,99 Euro. Die Figur ist ab sofort im Museumsshop des Germanischen Nationalmuseums zu erwerben oder im Internet

hier zu bestellen.

 
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   12, 2011

Restaurierung der Kreuzabnahme von Pleydenwurff

Vor seiner Präsentation in der Ausstellung „Der Frühe Dürer“ wird das großformatige Tafelbild  in den Werkstätten des Instituts für Kunsttechnik und Konservierung des GNM  restauriert

Im Atelier für Gemälde und Skulptur wird derzeit das Tafelbild „Kreuzabnahme“, einst ein Flügel des Hochaltars der Breslauer Elisabethkirche, restauriert. Das 1462 von Hans Pleydenwurff geschaffene Gemälde war vor allem durch einen ungleichmäßig aufgetragenen, sehr dunklen Firnis in einem optisch extrem unbefriedigenden Zustand.
Details der differenziert ausgeführten Malerei waren unter dem dunklen Überzug nicht mehr auszumachen oder unter großflächigen Übermalungen verborgen.
Die mit einer Höhe von über 2,86 m und einer Breite von etwa 1,42 m sehr große Tafel wird deshalb nun von dem entstellenden Überzug befreit.
Unterstützung erhielten die angestellten Restauratoren dabei für einige Wochen vom Erfurter Master-Studenten Benjamin Rudolph.
Der Fortgang der Arbeiten wird dabei, wie in der Restaurierung üblich, fotografisch dokumentiert. Die Aufnahmen nach der Firnisabnahme machen dabei erstmals seit vielen Jahren wieder die Malerei Pleydenwurffs in ihrer detaillierten Ausführung erlebbar.
Bis zur Eröffnung der Dürer-Ausstellung im Mai 2012 werden wir an dieser Stelle wieder über den Fortgang der Arbeiten berichten.

 
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   20, 2011

Eine amerikanische Stipendiatin am GNM

Catharine Ingersoll

Ein international ausgerichtetes Stipendienprogramm bietet jüngeren Dürerforschern Gelegenheit zu einer neuen Auseinandersetzung mit dem frühen Dürer.
 
Catharine Ingersoll, University of Texas at Austin

I am a doctoral candidate in Art History at the University of Texas at Austin. My Doktorvater is Jeffrey Chipps Smith, who has written extensively on the German Renaissance, and about Nuremberg and Dürer in particular. Dr. Eser had been in contact with him, to see if he could recommend a student to come here to work on the Dürer research project. When Dr. Smith asked me if I would be interested in going to Nuremberg for nine months to work at the GNM and to research my dissertation, I was thrilled!

I was born and raised in the United States, on the east coast near Washington D.C. As a child I remember frequent family and school trips into the capitol to visit the many wonderful museums there. During my undergraduate years at Washington College in Maryland and the University of St. Andrews in Scotland, I took a variety of art history classes, but the art of the Northern Renaissance always interested me the most. After a four-year hiatus working in the “real world” after receiving my baccalaureate, I went back to school in 2007 to study for my M.A. in Art History, which I completed at UT in 2009. From 2007-2009 I also worked in the Prints and Drawings Department at our university art museum, The Blanton. I was accepted into the PhD program at UT, and finished my qualifying exams in May of 2011, just three weeks before moving to Nuremberg.

My dissertation centers on the artist Hans Wertinger, a painter roughly contemporary with Dürer. Wertinger was the court painter to the Wittelsbach Duke Ludwig X. of Bavaria, whose court was in Landshut. My project concerns the culture at Ludwig’s court, and how Wertinger’s art both influenced and reflected this culture. The GNM’s collection includes a number of charming landscapes by Wertinger; a portrait by Wertinger of another Wittelsbach family member is also on display in the GNM’s galleries. The museum’s library has also been fabulously helpful for my dissertation research.

For the Dürer exhibition, I am working on a variety of projects, some large and some small. The overarching research topic that I am studying for the Dürer project is “City Artist vs. Court Artist circa 1500: Option and/or Dichotomy?” The scholarship has tended to draw a dividing line between these two “professions;” so far I am finding that there is actually a great deal of fluidity in terms of career possibilities for artists at this time. I am also investigating how these various career paths might have affected the young Dürer’s decision to switch from apprenticing as a goldsmith under his father, to entering Wolgemut’s painting workshop.

When I return to the states in March 2012, I will have about six months of luxurious freedom to work on my dissertation before I start teaching again at UT next August. I really love Nuremberg, but have had to leave my husband of five years and my dog back home in Austin, which has been a difficult adjustment. Thank goodness for Skype! I am really looking forward to bringing my husband to Nuremberg next summer to see the Dürer show when it is finally on display.

 
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  JUL 19, 2011

Der frühe Dürer

Das Phänomen „Früher Dürer“ bestimmt die Forschungsaktivitäten des GNM bereits längerfristig. Ausgehend von der Neu- bewertung vieler früher Dürerwerke in den letzten Jahren sollen die vielschichtigen Fragen und Probleme bis zur angeblichen Gründung der Werkstatt um 1502/03 untersucht werden.

Hatte sich die jüngere Forschung im wesentlichen auf einzelne Gattungen wie Malerei oder Grafik konzentriert, so verspricht die Erforschung gattungsübergreifender Zusammenhänge zwischen Malerei, Zeichnung, Grafik und Glasmalerei neue Erkenntnisse.

Zur Verwirklichung dieses Forschungsvorhabens hat das Germanische Nationalmuseum 2008 Forschungsfördermittel der Initiative „Pakt für Forschung und Innovation“ eingeworben.

Die Projektmitarbeiter

Die Kooperationspartner

 
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  MAI 24, 2011

Noch 1 Jahr bis zur Eröffnung!

Die größte Dürer-Ausstellung seit 40 Jahren wird am 23. Mai 2012 eröffnet. Sie wird völlig neue Blicke auf Person und Wirken Albrecht Dürers ermöglichen. Dabei erwarten Sie über 150 Exponate auf 1.300 qm Fläche, die Dürers Anfänge und seinen Weg zur Meisterschaft aufzeigen. Was bis dahin hinter den Kulissen geschieht und wie die Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsprojektes in eine Ausstellung für ein großes Publikum münden, erfahren Sie auf dieser Website. Mit der Ankündigungsseite im Internet möchten wir den Weg zur Ausstellung für Sie transparent und informativ aufzeigen. Wir freuen uns auf die kommenden Monate der Vorbereitung und auf Ihren Besuch der Ausstellung!

 
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Anmeldung Gruppenführungen

Kunst- und Kulturpädagogisches Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ).

www.kpz-nuernberg.de
Tel. +49 911 13 31-238
Fax +49 911 13 31-318

» Online-Terminreservierung

Mögliche Termine für Buchung von Gruppenführungen

Bitte beachten! Wegen der großen Nachfrage nach Gruppenführungen für Erwachsene sind keine Buchungen mehr möglich.

Öffentliche Ausstellungsführungen

Erfahren Sie, welche prägenden Einflüsse der „frühe Dürer“ erfuhr und welche künstle-rischen Themen ihn beschäf-tigten. Begegnen Sie dabei den Meisterwerken Dürers und seiner Zeitgenossen. Ein Abstecher ins Dürer-Labor erlaubt einen Blick hinter die Kulissen der aktuellen Dürer-Forschung.

Täglich 16.00 Uhr und zusätzlich
Mittwoch 18.00 Uhr und 18.30 Uhr sowie Sonntag 10.30 Uhr

Kosten: € 2,00 zzgl. Eintritt; Die öffentlichen Ausstellungs-
führungen richten sich ausschließlich an Einzel--
besucher!

DER FRÜHE DÜRER

24.05. bis 02.09.2012

Öffnungszeiten
Mo - So 10.00-20.00 Uhr
Mi, Do 10.00-21.00 Uhr

Café ARTE

Mo - So 10.00-20.00 Uhr
Mi, Do 10.00-21.00 Uhr
Fahrer und Reiseleiter frei
Telefon +49 911 13 31-286

Museumsshop

Mo - So 10.00-20.00 Uhr
Mi, Do 10.00-21.00 Uhr
Telefon +49 911 13 31-371

Dürer neu gesehen - ab jetzt in Nürnberg

ZDF Aspekte
11.5.2012

» Zur Sendung

Albrecht Dürer - SF Kultur

SF - Schweizer Fernsehen
30.5.2012

» Zur Sendung

Kulturwelt heute - BR

Bayerischer Rundfunk
30.5.2012

» Zur Sendung

RegionalZeit Gespräch mit Dr. Daniel Hess

BR Bayern 2
17.1.2012

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg plant für 2012 unter anderem eine Dürer-Schau. Dr. Daniel Hess berichtet über die Vorbereitungen und welche weiteren Schwerpunkte das Museum im laufenden Jahr setzen will.

» RegionalZeit Gespräch in der ARD Mediathek

Staunen über Dürer

Literatur über Dürer füllt Regalmeter. Alles gesagt also? Beileibe nicht, meinen die Wissenschaftler im Germanischen Nationalmuseum (GNM) und können schon zur Halbzeit ihres großen, mit 860.000 Euro von der Leibniz-Gemeinschaft finanzierten Projektes interessante Ergebnisse vorweisen ...

» Nürnberger Nachrichten

###STATISTIK###